Kopf Texte

 

Kurz und klein - Anfang und Ende eines Textes

 
 Seekrankheit

De griesen Namiddagswulken
Sackt nu deper hendal up’t Meer,
Dat nu düüster de Wulken tomööt kummt,
Un twüschendör jaagt dat Schipp.                      

 

Ok mag Dösigkeit un Unrecht
Di ganz todecken, o Düütschland!
Ik heff doch Lengen na di:
Denn tominnst büst du doch dat faste Land.                 

Erste Strophe des Gedichts von Heine, ins Plattdeutsche übersetzt

Letzte Verse des Gedichts von Heine, ins Plattdeutsche übersetzt

 
   
                                                
 

De Sünn geiht unner

De herrliche Sünn
Is sachten afstegen in’t Meer; 
De wogen Water sünd all farvt
Vun de düstere Nacht,
Bloots noch dat Avendroot
Överstreet se mit gülden Lichters;

 

So heff ik em sülvst sehn, leste Nacht,
Bit an de Bost keem he ut’t Water.
He droog ene Jack ut geel Flanell,
Un ’ne lieljenwitte Slaapmütz,
Un en knittrig Gesicht.”

Erste Verse des Gedichts von Heine, ins Plattdeutsche übersetzt  Letzte Strophe des Gedichts von Heine, ins Plattdeutsche übersetzt
 

  

Antependium

Grauer, grober Stoff, beschwert von zwei Besenstilen, hängt zwischen den Fenstern straff von der Wand herab.

Frau Äbtissin greift beherzt nach den Besenstilen, hebt die mächtigen Stoffbahnen an und schlägt sie nach oben.

Zum Vorschein kommt eine flache Glasvitrine, in der sich ein Bild mit fein ziseliertem Rankenwerk und

filigranen Blüten befindet, groß wie eine Festtafel.

 

Frau Äbtissin lässt die schweren Stoffbahnen nach unten fallen.

Grober, grauer Stoff bedeckt wieder den kostbaren Rock der unbekannten Stiftsdame.                           

Anfangssätze einer Beschreibung

 Schluss-Sätze einer Beschreibung
 
 
Spät-Pubertät

N:  Nein!
M:  Doch, du musst endlich deine Kleidung selbst in Ordnung halten.

N:  Keine Lust.
M:  Wasch selbst, lege deine Wäsche geordnet in den Schrank!

Spät

N: Bei meinen Freunden macht die Mutter auch immer alles.
M: Dumm genug!
N: Gar nicht! Das sind gute Mütter. Mach das auch so!
M: Nein!                                                                                               

 Beginn eines Gesprächs der Mutter (M) mit ihrem Nachwuchs (N)  Ende eines Gesprächs der Mutter (M) mit ihrem Nachwuchs (N)
 

De Welt is slecht

„Jung Keerl, wat is mit Se? Is Se nich goot? – Or sünd Se duun?”  Dat is in den ‚Büro-Park’ in’n Oosten vun de Stadt. Ne’e Straten, glatt un platt, rechterhand un linkerhand Börgerstiegen ut Granit, man twüschendör grote sludrige Rasenplacken mit Unkruut un wille Blomen. Un middenmang so’n poor Bürohüüs ut veel Beton, Stohl und Glas.

 

 „Jung Keerl, ik heff dat sehen.“ En ole Fru böögt sik sachten na den Mann dal, de dor liggt un just woller de Ogen updeiht. „Jo, ik heff dat sehen, as de Fru Se up den Kopp haut hett. Un denn is se losronnt, het den Rollator up de Straat vör de Autos smeten un is mit so’n groten Keerl ganz fix in dat rode Auto dor vörn stegen. Un weg weren se. Nä, wat is de Welt doch slecht!“

 Der Anfang einer kurzen Geschichte  Das Ende einer kurzen Geschichte
 

De Engels un das lüttje Book

En gewaltigen Engel keem ut den Heven rut, he weer mittenmang vun ’ne Wulk un de Regenbagen stund över sienen Kopp. Sien Gesicht weer as de Sünn un siene Benen weren as ut Füer. In de Hand heelt he so ’n lütt Book, dat weer upschlagen. He pedd mit sienen rechten Foot up dat Meer un mit den linken up dat Land un he weer an’t Brullen as ’n Lööv. As he nu mit dat Schreen fertig weer, kemen seven Stimmen as Donnerslag.

 

Dor nehm ik dat lütte Book ut de Hand vun den Engel un freet dat up. Binnen in mienen Mund weer dat sööt as Honnig, un as ik dat eten harr, weer dat bitter in mienen Magen. Un se hefft mi vertellt: Du schast noch mal wohrseggen över veel Volk un Länner mit ehre Spraken un Königs.                                                                                                                                                                                                                                                                                                             

Offenbarung 10, Verse 1 - 3, ins Plattdeutsche übersetzt Offenbarung 10, Verse 10 und 11, ins Plattdeutsche übersetzt

 

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